Böhmische Schweiz

Nationalpark Böhmische Schweiz

Wurde zum 01.01.2000 zu Nationalpark erklärt, 97 % seiner Fläche nehmen Wälder ein. Der Sitz der Nationalparkverwaltung befindet sich in der Stadt Krásná Lípa (Schönlinde). Der Nationalpark České Švýcarsko wurde hauptsächlich wegen der einzigartigen Geomorphologie der Felsenstadt und der damit einhergehenden Mannigfaltigkeit der hiesigen Flora und Fauna unter Schutz gestellt. Typisch sind die unzähligen Felsgräte, Felsschluchten, Sandsteintürme und Tafelberge, die aus dem unendlichen Meer von Wäldern emporragen und jeden aufmerksamen Besucher dadurch buchstäblich ins Staunen versetzen. Die Landschaft der böhmischen Kreidetafel wird mit magmatischen Gesteinen aus der Tertiärzeit bereichert, unter denen das höchste Berg des Nationalparks České Švýcarsko - Růžovský vrch (Rosenberg, 619 m hoch, Nationales Naturreservat) mit urwaldartigen Ökosystemen dominiert.

Das Elbtal in Hřensko (Herrnskretschen) stellt demgegenüber die tiefst gelegene Stelle in der Tschechischen Republik (114 m. ü. M.) dar. Auf den schwer zugänglichen Felsenriffen blieben Reste von natürlichen Wäldern erhalten, zu hiesigen seltenen Tierarten gehören z.B. der Gartenschläfer, die Wanderfalke, der Schwarzstorch, der Eurasische Luchs oder einige nur dort vorkommende Insektenarten; von Gefäßpflanzen sind mindestens der charakteristische Sumpfporst, die Schwarze Krähenbeere, das Zweiblütige Veilchen oder der Stängelumfassende Knotenfuß zu nennen. Verbreitet kommen hier typische Farne vor, die für das hiesige Gebiet charakteristische Art ist der Rippenfarn. Von gefäßlosen Pflanzen sind hier zahlreiche Moosarten sowie viele seltene Pilzarten zu finden.

Typisch ist die Inversionswetterlage, welche durch den Abstieg der kühlen Luft bis auf den Boden der Schluchten geprägt ist und bei der die sog. Inversion der Vegetationsstufen vorkommt. Folglich kommen in Meereshöhen von rund 150 m submontane und montane Arten von Tieren und Pflanzen vor. Die außergewöhnliche Naturharmonie wird außerdem durch viele Denkmäler der Volksarchitektur ergänzt - Blockhäuser und Fachwerkhäuser mit Umgebinde in Gemeinden, mit denen die Grenze des Nationalparks gesäumt ist.

Tipps für Ausflüge

Der Nationalpark Böhmische Schweiz zieht sowohl Touristen als auch Radfahrer mit einer Reihe von Sehenswürdigkeiten an, mit einzigartigen Naturdenkmälern und mit unzähligen atemberaubenden Aussichten. Machen auch Sie sich auf den Weg und besichtigen Sie den zwar jüngsten, aber umso interessanteren Nationalpark an der Grenze zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland! Auf ihre Kosten kommen auch Naturliebhaber; die hiesige Natur birgt eine mannigfaltige Skala von seltenen Pflanzen- und Tierarten. Und wer von Wanderungen durch den tschechischen Nationalpark nicht genug hätte, kann gerne auch die Sächsische Schweiz bei unseren deutschen Nachbarn besuchen.

Pravčická brána (Prebischtor)

Eine einzigartige Felsformation, die zum Symbol des Nationalparks České Švýcarsko (Böhmische Schweiz) wurde, liegt in der Nähe von Hřensko (Herrnskretschen). In Europa ist kein größeres Felstor aus Sandstein zu finden. Sie kann in ihrer Gesamtheit gleich von mehreren Aussichtsorten in der Umgebung aus betrachtet werden, ggf. können Sie die Dominante des gesamten Gebiets vom Schlösschen Sokolí hnízdo (Falkennest) aus bewundern, in dem sich nicht nur ein Restaurant, sondern auch das Nationalparkmuseum befinden.

   

Kahnfahrt

Die Wanderwege im Nationalpark České Švýcarsko führen auch an den Fluss Kamenice (Kamnitz), der eine beliebte Touristenattraktion - eine Bootsfahrt durch Engpässe, durch tiefe Schluchten zwischen den Sandsteinfelsen - darstellt. Der erste von ihnen, die Edmundova soutěska (Edmundsklamm) genannt, wurde bereits im Jahre 1890 eröffnet, nur 8 Jahre später kam die Divoká soutěska (Wilde Klamm) dazu. Seitdem können Sie die Kahnfahrt mit dem Kommentar eines Fährmanns genießen, der den Kahn bis heute mit einer Ruderstange fortbewegt. Der Erlebnisspaziergang entlang des Flusses wird durch Felsüberhänge, schmale Brückenstege, Brücken und Tunnels ergänzt.

Jetřichovské vyhlídky (Dittersbacher Wände)

Der Spaziergang auf dem Lehrpfad von Jetřichovice (Dittersbach) mit einer Länge von 8 km führt die Besucher durch die Gegend der Sandsteinfelsen, die reich an Felsenstädte, Felsenwände und sonstige Formationen ist. Die Hauptziele sind 3 Gipfel mit Aussichtspavillons - der Marienfelsen, die Wilhelminenwand und der Rudolfstein. Für die anspruchsvolle Besteigung der Gipfel werden die Besucher mit herrlichen Aussichten auf die Landschaft ringsum belohnt.

Vogelperspektive

Von Aussichten und Aussichtstürmen gibt es in der ganzen Böhmischen Schweiz eine ganze Menge. An den einzigartigen Naturschauspielen können Sie sich vom über das ganze Jahr hindurch geöffneten Aussichtsturm an der Schäferwand in Děčín (Tetschen) aus ergötzen; vor dort aus ist auch der längste Klettersteig in der Tschechischen Republik zugänglich. Weitere atemberaubende Aussichten entfalten sich von der Rosenkamm-Aussicht, von Spravedlnost (Irichtberg) oder von den Gipfeln der Tiské stěny (Tyssaer Wände) aus. Der höchst gelegene Punkt des Nationalparks ist der Rosenberg mit einer Meereshöhe von 619 Metern.

Auch an der deutschen Seite des Nationalparks sind herrliche Aussichten zugänglich, z.B. von der Felsbrücke Bastei, von der Felsgruppe Affenstein mit dem höchsten und meistbesuchten Punkt, der Aussicht Carolafelsen, oder vom Tafelberg Zirkelstein.

Durch den Nationalpark im Sattel

Direkt durch den Nationalpark České Švýcarsko führen ungefähr 50 km markierte Radwege, auf denen die Besucher die Schönheiten der malerischen Landschaft entdecken können. Zu den beliebtesten Radwegen gehört der Elberadweg oder die grenzüberschreitende Strecke, die durch das Kirnitzschtal und durch den Canyon der Elbe führt. Ihre Fans finden sicherlich auch die Pferdwege, die bis zu 37 km Strecken durch den Park bieten, die zum Reiten vorbehalten sind.

Hřensko (Herrnskretschen)

Die tiefst gelegene Gemeinde in der Tschechischen Republik mit einer Meereshöhe von 115 Metern ist das sogenannte Eintrittstor zum Nationalpark České Švýcarsko und bildet einen vortrefflichen Ausgangspunkt für Ausflüge zum Prebischtor oder zu den Engpässen. Auch die Stadt Herrnskretschen an sich bietet jedoch ein merkwürdiges Naturschauspiel an, nämlich das Tal zwischen den hohen Felswänden am Zusammenfluss der Elbe mit der Kamnitz.